Institutionen italienischsprachiger Salesianer

Parallel zur Gründung der Don Bosco-Anstalt zum hl. Joseph in Muri richteten italienische Salesianer verschiedene Institutionen in der Deutschschweiz und im Kanton Tessin ein. In der Deutschschweiz geschah dies vor allem in Städten und Gemeinden mit vielen italienischen Emigranten, wie zum Beispiel im Zürcher Quartier Aussersihl. Die Mentalität der Einwanderer sowie ihre prekären Lebensverhältnisse hatten zuvor zu sozialen Spannungen und zu Auseinandersetzungen mit jungen Schweizern geführt. Die Gründung der missione cattolica italiana in Zürich-Aussersihl war die Reaktion der Salesianer auf diese sozialen Missstände und Spannungen. Die Glaubensbrüder engagierten sich hauptsächlich in der Pfarrseelsorge für die italienischsprachige Bevölkerung. Noch heute ist die missione cattolica di lingua italiana im Zürcher Stadtkreis 4 tätig.

Im Kanton Tessin gründeten die Salesianer 1889 das Kollegium Don Bosco von Mendrisio, welches später nach Balerna verlegt und von 1905 bis 2002 in Maroggia geführt wurde.
1895 wurde ein weiteres Kollegium in Ascona eröffnet, welches jedoch aufgrund finanzieller Probleme bereits 15 Jahre später wieder geschlossen wurde.
Noch heute gibt es das Istituto Elvetico in Lugano, welches bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Camillo Landriani gegründet worden ist. Es war die erste Handels- und Sprachschule der schweizerischen Eidgenossenschaft und hiess damals noch „Landriani“. 1917, als die Grenzen in Europa wegen des Krieges geschlossen waren und der Kontinent in einer tiefen Krise steckte, übernahmen die Salesianer Don Boscos das Landriani und bennanten es in Istituto Elvetico um. In den 1990er Jahren wurde das Institut abgerissen und komplett neu aufgebaut. Heute beinhaltet es eine Primar-, eine Mittel-, eine Kantons- und eine Handelsschule.