50 Jahre nach ihrem Tod: Die Botschaft von Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo lebt weiter

50 Jahre nach ihrem Tod sind Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo in Meruri unvergessen. Eine Reise zum Jahrestag zeigte, wie ihr Einsatz für die Bororo-Gemeinschaft bis heute weiterwirkt – in der Erinnerung, in der Begegnung und in neuen Perspektiven für junge Menschen.

Es gibt Orte, an denen Geschichte lebendig bleibt. Meruri im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso ist ein solcher Ort. Hier erinnern sich die Menschen bis heute an Pater Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo – zwei Menschen, die ihr Leben mit der Bororo-Gemeinschaft teilten und sich für ihre Rechte, ihre Kultur und ihre Zukunft einsetzten.

Vor 50 Jahren, am 15. Juli 1976, wurden Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo vor der Missionsstation in Meruri ermordet. Ihr Tod war ein schmerzhafter Einschnitt für die Gemeinschaft. Doch fünf Jahrzehnte später zeigt sich: Ihr Engagement ist nicht vergessen. Es wirkt weiter – in den Menschen, die ihre Arbeit fortführen, und in den jungen Generationen, die heute von neuen Chancen profitieren.

Eine Reise der Erinnerung und der Begegnung

Zum 50. Todestag reiste eine deutsche Delegation nach Meruri, um gemeinsam mit der Bororo-Gemeinschaft an die beiden Männer zu erinnern. Die Begegnungen vor Ort machten deutlich, wie tief die Verbundenheit mit Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo bis heute ist. Die Reisenden besuchten die Schule in Meruri, kamen mit den Menschen ins Gespräch und erhielten Einblicke in das heutige Leben der Bororo. Dabei wurde spürbar: Erinnerung bedeutet hier nicht nur zurückzublicken. Sie bedeutet auch, gemeinsam nach vorne zu schauen.

Ein besonderer Höhepunkt der Reise war die Übergabe eines Spendenschecks über 16 000 Euro in Poxoréu. Die Spende unterstützt Jugendprojekte von Don Bosco Mission Bonn und Don Bosco Jugendhilfe Weltweit. Sie hilft dabei, Kindern und Jugendlichen Bildung, Begleitung und neue Zukunftsperspektiven zu ermöglichen.

Gemeinsam für Würde und Gerechtigkeit

Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo verband ein gemeinsamer Weg: Sie standen an der Seite der Bororo, als deren Lebensraum und kulturelle Identität bedroht waren. Sie setzten sich dafür ein, dass die Rechte der indigenen Gemeinschaft respektiert werden und die Menschen ihre Zukunft selbst gestalten können.

Ihr Einsatz war geprägt von Respekt und der Überzeugung, dass jeder Mensch eine unverlierbare Würde besitzt. Sie wollten nicht über die Bororo bestimmen, sondern gemeinsam mit ihnen leben und handeln. Gerade darin liegt die besondere Bedeutung ihres Vermächtnisses: Sie zeigen, dass Solidarität dort beginnt, wo Menschen einander wirklich begegnen.

Miteinander unterwegs sein

Die Geschichte von Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo steht für ein Verständnis von Zusammenarbeit, das auf Begegnung, Respekt und Partnerschaft beruht. Es geht nicht darum, fertige Lösungen mitzubringen. Entscheidend ist, zuzuhören, voneinander zu lernen und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Die Menschen vor Ort kennen ihre Lebensrealität und bringen eigene Fähigkeiten, Erfahrungen und Hoffnungen mit.

Die Begegnungen in Meruri zeigen: Wer sich auf andere Menschen und Kulturen einlässt, verändert sich selbst. Aus Begegnung entsteht Vertrauen. Aus Vertrauen wächst Gemeinschaft. Diese Haltung prägt die Arbeit von Don Bosco Mission und Don Bosco Jugendhilfe Weltweit: Gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern vor Ort werden Kindern und Jugendlichen Chancen eröffnet und Wege in eine bessere Zukunft begleitet.

Ein Vermächtnis, das weitergeht

50 Jahre nach dem Tod von Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo bleibt ihre Geschichte eine Erinnerung daran, dass Mut und Menschlichkeit Spuren hinterlassen. Ihr Vermächtnis lebt weiter – in der Bororo-Gemeinschaft, in den Bildungsprojekten für junge Menschen und in all jenen, die sich heute für mehr Gerechtigkeit und Solidarität einsetzen.

Die Erinnerung an sie ist deshalb mehr als ein Blick in die Vergangenheit. Sie ist eine Einladung, auch heute Verantwortung zu übernehmen: für die Rechte indigener Völker, für Bildung und für eine Welt, in der jeder Mensch die Möglichkeit hat, in Würde zu leben.

Für mehr Infos

Wollen Sie mehr zur Geschichte von Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo erfahren, und wie ihr Vermächtnis bis heute Menschen verbindet? Hier geht es zum Dokumentarfilm