Ausgangslage
Der Südsudan ist weiterhin von den Folgen des langjährigen Bürgerkriegs, Gewalt, Vertreibung und schweren sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt. Besonders Kinder und Jugendliche sind davon betroffen. In Städten wie Wau und Kuajok leben viele von ihnen auf der Strasse. Viele sind von ihren Familien getrennt, haben ihre Eltern verloren oder wurden durch Armut und die Folgen des Konflikts in diese Lebenssituation gedrängt. Einige haben schwere Gewalterfahrungen gemacht oder waren Kindersoldaten. Diese Kinder sind besonderen Risiken ausgesetzt und haben nur eingeschränkten Zugang zu Schutz, Bildung, medizinischer Versorgung und stabilen familiären Beziehungen.
In Wau und Kuajok setzen die Salesianer Don Boscos deshalb direkt dort an, wo die Kinder leben und arbeiten. Streetworker suchen sie auf den Strassen und Märkten auf, hören ihnen zu, bauen Vertrauen auf und vermitteln bei Bedarf den Zugang zu Schutz, medizinischer oder psychosozialer Unterstützung sowie zu Bildungsangeboten. In den Don-Bosco-Zentren erhalten Kinder und Jugendliche ausserdem Schutz, Betreuung und Zugang zu Bildung. Im Rehabilitationszentrum in Kuajok werden Kinder individuell begleitet und gemeinsam mit ihren Familien auf eine mögliche Rückkehr vorbereitet. Auch nach der Rückkehr werden die Kinder und ihre Familien begleitet, um die Wiedereingliederung zu stabilisieren. So bieten die Salesianer Don Boscos ein zusammenhängendes Unterstützungsangebot, das die Kinder von der ersten Kontaktaufnahme auf der Strasse bis zur familiären und gesellschaftlichen Wiedereingliederung begleitet.
Ziele des Projekts
Buben zwischen 8 und 13 Jahren in ihrer schwierigen Lebenslage umfassend zu betreuen und zu beraten, sodass sie in die Familie und Gesellschaft zurückkehren können.
- Jugendsozialarbeit in den Strassen
- Schutz und Zuwendung im Strassenkinderzentrum
- Wiedervereinigung mit der Familie
- Bildung und Berufsbildung
- Nachbetreuung der Wiedereingliederungsmassnahmen und Ausbildung
Was wir tun
Die Salesianer Don Boscos suchen Kinder und Jugendliche direkt auf den Strassen und Märkten von Wau und Kuajok auf. Streetworker bauen vertrauensvolle Beziehungen auf, hören den Kindern zu und unterstützen sie bei ihren individuellen Anliegen. Bei Bedarf vermitteln sie Zugang zu Schutz, medizinischer und psychosozialer Betreuung sowie zu Bildungsangeboten.
In den Don-Bosco-Zentren finden die Kinder einen geschützten Ort, an dem sie sich aufhalten, übernachten, essen, lernen und Unterstützung erhalten können. Im Rehabilitationszentrum in Kuajok werden sie individuell betreut und gemeinsam mit ihren Familien auf eine mögliche Rückkehr vorbereitet. Mediation, Beratung und therapeutische sowie Freizeitangebote unterstützen diesen Prozess. Auch nach der Rückkehr werden die Kinder und ihre Familien begleitet, damit die Wiedereingliederung nachhaltig gelingt.
Die Basis für ein Vertrauensverhältnis wird dort gelegt, wo die jungen Menschen leben und arbeiten – in den Strassen. Auf der Strasse beginnt die Arbeit der Streetworker, um eine tragfähige Beziehung zu den jungen Menschen aufzubauen und damit den Grundstein für eine erfolgreiche Wiedereingliederung zu legen.
Im Sozialzentrum erleben die jungen Menschen eine gewaltfreie Oase. Hier treffen sie andere Kinder, spielen gemeinsam oder lernen. Sie treffen hier auch auf Erwachsene, die sie ernst nehmen und nicht bevormunden, sondern ihnen zuhören und Gesprächspartner sind. Die Kinder und Jugendlichen erhalten psychosoziale Betreuung, Beratung und weitere rehabilitative Angebote.
Die Chancen für die Rückführung in Familie und Gesellschaft sind umso größer, je kürzer die Aufenthaltsdauer auf der Strasse ist. Daher bemühen sich Streetworker besonders bei Kindern, die noch nicht lange auf der Strasse sind, die Familien ausfindig zu machen und wenn möglich sie wieder zusammenzuführen.
Ganz wichtig ist den Salesianern Don Boscos auch, den Kindern und Jugendlichen den Zugang zu schulischer und beruflicher Ausbildung zu erleichtern und sie dabei zu fördern. Diese Buben erhalten entsprechende unterstützende Angebote.
Alle Buben, die wieder in ihre Herkunftsfamilie oder familienähnliche Struktur zurückgeführt werden konnten, werden während zweier Jahre nachbetreut. Dies erhöht die Wirksamkeit der Rehabilitationsmassnahmen und wird mit der unterstützenden Familienbegleitung gestärkt. Vorschul- und Schulbildung ergänzen das Massnahmenpaket.
Wirkung
Die Salesianer Don Boscos sind seit über 30 Jahren im Südsudan präsent und nehmen sich Strassenkindern an. Nebst Strassenarbeit, Anlauf- und Notschlafstellen betreiben sie seit 2019 in Kuajok ein Rehabilitationszentrum. Dort können Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren, die ihren Lebensmittelpunkt bisher auf der Strasse hatten, ein 10-monatiges Programm durchlaufen. Das Ziel ist es, die Kinder individuell zu betreuen und in ihre Familien zurückzuführen. Dafür gibt es Angebote der Mediation, Beratung, therapeutische Elemente sowie Freizeit- und Ausbildungsaktivitäten. Das Kind und die Familie werden gestärkt und auch nach der Zusammenführung noch zwei Jahre begleitet und wo nötig unterstützt. So ist die Wiedereingliederung des Kindes in die Gesellschaft nachhaltig gesichert und sie können sich von ihren Erfahrungen auf der Strasse erholen und heilen, um ihre Zukunft eigenständig, sinnerfüllt und selbstbestimmt zu gestalten.
Beiträge der Stiftung Don Bosco Total: CHF 46'910.-
Die Stiftung Don Bosco für die Jugend der Welt hat das Projekt bisher gemäss unterstehender Auflistung unterstützt:
CHF 7'910.-
CHF 8'000.-
CHF 23'000.-
CHF 8'000.-
Ansprechpersonen
Marianne Berger
Eine Mission in der Friedensförderung und langjährige Jugendarbeit motivieren mich, mich für die ganzheitliche Bildung als Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung und gesellschaftlicher Stabilität einzusetzen.







