Trennen und wiederverwerten statt wegwerfen

In Lateinamerika wächst die Menge an Abfall schneller als es Lösungen zur Wiederverwertung gibt. Das Projekt (2022–2025) in Bogotá stärkte das Bewusstsein und Wissen junger Menschen für nachhaltiges Abfallmanagement.
Begleitet durch
Jugendhilfe Weltweit
Projektnummer
COB 21-032
Projektort
Kolumbien - Mehrere Orte
Schwerpunkt
Berufliche Bildung, Diverses, Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft
Mittelbedarf
230 000 Franken pro Jahr

Ausgangslage

In Lateinamerika nimmt das Abfallproblem zu – deutlich schneller als das Recycling. Im Gegensatz zu vielen Industrieländern basiert die Abfallentsorgung dort noch auf informellen Strukturen. Mangelndes Wissen, fehlende Bewirtschaftungskonzepte und unzureichende Infrastruktur führen dazu, dass Abfälle häufig im öffentlichen Raum entsorgt, offen verbrannt oder auf wilden Müllhalden abgelagert werden. Die Folgen: vergiftetes Grundwasser, verstopfte Kanalisationen, Luftverschmutzung und erhöhte Gesundheitsrisiken.

Auch Kolumbien ist betroffen, obwohl nationale, regionale und lokale Behörden in den letzten Jahren Massnahmen zur Förderung nachhaltiger Entsorgung von Abfällen eingeleitet haben. Eine zentrale Herausforderung liegt im fehlenden Wissen und Bewusstsein aller beteiligten Akteure. Hier setzen die Bildungseinrichtungen der Salesianer Don Boscos an: Sie spielen eine entscheidende Rolle in der Umweltbildung und in der Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen.

Ziele des Projekts

Ziel des Projekts war, eine nachhaltige Ausbildungsstrategie für Abfallmanagement in ausgewählten Bildungseinrichtungen der Salesianer Don Boscos zu entwickeln und weiterzugeben.

  • Stärkung des Umweltbewusstseins und -verhaltens
  • Gemeinsam Ausbildungen erarbeiten, die Theorie und Praxis vereinen
  • Ausbildung von Ausbildern
  • Eröffnung von Einkommensmöglichkeiten und Förderung von Eigenverantwortung
  • Orientierung an den lokalen Bedürfnissen
  • Ausweitung des Programms auf weitere Standorte

Was wir tun

Stärkung von Umweltbildung und Berufsorientierung durch die Schaffung eines interdisziplinären Teams, praxisnahe Kurse, Trainerausbildung, Lehrplanausgestaltung, Schaffung einer optimalen Lernumgebung für nachhaltige Abfallwirtschaft an ausgewählten Don-Bosco-Schulen. Diese sind vom kolumbianischen Staat anerkannt.

Die Don-Bosco-Einrichtungen waren in ihren Schulen und der technischen Ausbildungen bereits gut aufgestellt. Mit diesem Projekt haben sie ihre Strategien und Programme zur Umweltbildung und damit ihrer Führungsrolle weiter ausgebaut.

Die Kurse wurden gemeinsam mit lokalen Akteuren erarbeitet. Damit wurde auf die Bedürfnisse der beteiligten Schulen eingegangen und den lokalen Gegebenheiten Rechnung getragen.

Um auf die Bedürfnisse der beteiligten Bildungseinrichtungen einzugehen und den lokalen Gegebenheiten Rechnung zu tragen, wurden folgende drei Arbeitsfelder als prioritär eingestuft und entsprechende Kurse für Lehrkräfte und Schüler ausgearbeitet:

  • Umgang mit festen Abfällen im Allgemeinen und deren sachgerechte Wiederverwertung/Entsorgung
  • Umgang mit Elektro- und Elektronik-Altgeräten und deren sachgerechte Wiederverwertung/Entsorgung
  • Umgang mit organischen Abfällen und deren sachgerechte Wiederverwertung/Entsorgung

Das Programm arbeitete nach der Methode Train-the-Trainer. Experten entwickelten zusammen mit Lehrkräften Schulungen, um Wissen effektiv weiterzugeben.

Mittels Vermittlung von arbeitstechnischem und unternehmerischem Wissen wurden junge Menschen befähigt, das praxisnahe Wissen zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen und ihrer Berufsaussichten einzusetzen.

Das Projekt soll künftig in weiteren Institutionen in Kolumbien repliziert werden. Es sollen neue Module zu Textilien und Bauabfällen entstehen, ebenso wie ein staatlich anerkanntes nationales Programm über nachhaltige Abfallentsorgung.
Es ist ausserdem geplant, das Programm, jeweils angepasst auf die lokalen Erfordernisse und Bedürfnisse auf Don-Bosco-Standorte in weiteren Ländern Lateinamerikas auszuweiten.

Wirkung

Diese Initiative hat die Rolle von Don Bosco als Vorreiter im Umweltbereich in Kolumbien und der Region gestärkt. Es konnten so 20 Lehrpersonen und 1158 Schülerinnen und Schüler im Umweltbereich geschult und in das Pilotprojekt involviert werden. Die Initiative stärkte und erweiterte ausserdem die strategische Position der Einrichtungen im Bereich nachhaltiger Abfallwirtschaft sowie Umweltschutz durch nachhaltige Veränderungen wie die Übernahme eines nationalen Abfallentsorgungssystems, der Schaffung eines Entsorgungsplans und Abfallkategorisierungspraktiken.
Das Projekt hat junge Menschen zu verantwortungsvollem Handeln ermutigt. Durch gezielte Ausbildung und systematisches Lernmaterial konnten Lehrkräfte fortgebildet werden, wodurch eine nachhaltige Multiplikation der Inhalte über die Projektlaufzeit hinaus gewährleistet ist. Die lokalen Don-Bosco-Institutionen profitieren zusätzlich durch die Entwicklung gemeinsamer Strategien sowie neue Partnerschaften mit öffentlichen und privaten Akteuren im Abfallsektor. Dadurch konnten die Umweltbildung, die nachhaltige Abfallentsorgung, die berufliche Qualifizierung in diesen Bereichen und dadurch auch berufliche Perspektiven in zukunftsorientierten Berufen weiter langfristig gefördert und regional verankert werden.

Unterstützer

Ansprechpersonen

Noël Hodel

Längere Aufenthalte in Kolumbien verdeutlichten mir, wie wichtig der Zugang zu Bildung für die Reduzierung von absoluter Armut ist. Zusammen mit unseren Projektpartnern setze ich mich deshalb für marginalisierte Menschen ein.