Lebensumstände von Gefängnisinsassen verbessern

Das Gefängnis in Bo, Sierra Leone, wurde für rund 80 Personen gebaut, beherbergt jedoch heute über 300 Insassen. Die starke Überbelegung, unzureichende medizinische Versorgung sowie fehlende Hygiene- und Rehabilitationsangebote belasten die Lebensbedingungen der Gefangenen besonders stark. Jugendliche und Frauen gehören dabei zu den besonders vulnerablen Gruppen. Die Salesianer Don Boscos setzen sich seit Jahren für die Grundversorgung und den Schutz besonders verletzlicher Gefangener ein. Sie leisten Unterstützung in den Bereichen Ernährung, sauberes Wasser, medizinische Grundversorgung, Hygiene, Rechtsberatung und psychosoziale Begleitung. In der neuen Projektphase wird dieser Ansatz um gezielte Berufsbildungs- und Reintegrationsangebote erweitert. Durch Ausbildungen in Bereichen wie Schneiderei, Schuhmacherei, Handwerk, Seifenherstellung und grundlegenden Computerkenntnissen sollen Gefangene Fähigkeiten für die Zeit nach ihrer Entlassung erwerben. Ergänzend werden sie psychosozial begleitet und bei der Wiedereingliederung in ihre Familien und den Arbeitsmarkt unterstützt.
Begleitet durch
Jugendhilfe Weltweit
Projektnummer
AOS 20-017-28
Projektort
- Bo
Schwerpunkt
Kinder- und Jugendsozialarbeit, Kinder,- Frauen- und Menschenrechte
Mittelbedarf
150 000 Franken für 2 Jahre

Ausgangslage

Sierra Leone ist von hoher Armut, Arbeitslosigkeit und einem eingeschränkten Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen geprägt. Besonders für Jugendliche und Menschen aus wirtschaftlich und sozial benachteiligten Verhältnissen sind die Möglichkeiten für Bildung, Ausbildung und ein gesichertes Einkommen begrenzt. Dies erschwert auch nach einer Haftentlassung die soziale und wirtschaftliche Wiedereingliederung.

Das Gefängnis in Bo wurde ursprünglich für 80 Personen gebaut, beherbergt heute jedoch über 300 Insassen. Die starke Überbelegung führt zu erheblichen Belastungen und verschärft bestehende Defizite bei Ernährung, sauberem Wasser, Hygiene, medizinischer Versorgung und angemessener Infrastruktur. Besonders gefährdet sind Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren sowie weibliche Insassen, für die nur begrenzte angepasste Unterstützungs- und Rehabilitationsangebote zur Verfügung stehen.

Neben der Sicherstellung grundlegender Bedürfnisse fehlt es im Gefängnis insbesondere an Möglichkeiten für Bildung, Berufsausbildung und Rehabilitation. Dadurch haben viele Insassen nach ihrer Entlassung nur geringe Chancen auf einen beruflichen Neuanfang. Ohne entsprechende Unterstützung besteht das Risiko sozialer Ausgrenzung und einer erneuten Straffälligkeit.

Die Salesianer Don Boscos sind seit mehreren Jahren im Gefängnis von Bo tätig und stehen in engem Kontakt mit der Gefängnisverwaltung. Durch ihre kontinuierliche Präsenz leisten sie einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen und setzen sich insbesondere für die Unterstützung und den Schutz vulnerabler Insassen ein. Die neue Projektphase verbindet diese Unterstützung mit Berufsbildung, psychosozialer Begleitung und Massnahmen zur Reintegration, um die Perspektiven der Gefangenen über die Haftzeit hinaus zu verbessern.

Ziele des Projekts

Ziel des Projekts ist es, die Lebensbedingungen und Zukunftsperspektiven besonders vulnerabler Gefangener im Gefängnis von Bo zu verbessern. Durch die Deckung grundlegender Bedürfnisse, psychosoziale Begleitung, Rechtsberatung und Berufsausbildung sollen die Gefangenen während ihrer Haft unterstützt und auf eine möglichst selbstständige Wiedereingliederung in Familie, Gesellschaft und Arbeitswelt vorbereitet werden.

  • Grundversorgung und medizinische Unterstützung für besonders vulnerable Gefangene sicherstellen
  • Jugendlichen und Frauen sowie weiteren besonders gefährdeten Insassen psychosoziale Unterstützung und Rehabilitationsangebote bieten
  • Zugang zu Rechtsberatung und Unterstützung bei familiärer Reintegration ermöglichen
  • Berufsbildung in marktrelevanten Bereichen anbieten und dadurch berufliche Perspektiven nach der Haft verbessern
  • Entlassene Gefangene bei der Wiedereingliederung und beim Zugang zu Arbeit oder Selbstständigkeit begleiten
  • Zusammenarbeit mit der Gefängnisverwaltung stärken und zu menschenwürdigen Haftbedingungen beitragen

Was wir tun

Die Salesianer Don Boscos unterstützen besonders vulnerable Gefangene mit grundlegender Versorgung, medizinischer und psychosozialer Betreuung sowie Rechtsberatung. Jugendliche und Frauen erhalten dabei gezielte Unterstützung, die ihren besonderen Bedürfnissen Rechnung trägt.

Ein wichtiger Schwerpunkt der neuen Projektphase ist die Berufsbildung. In Bereichen wie Schneiderei, Schuhmacherei, Handwerk, Seifenherstellung und grundlegenden Computerkenntnissen erwerben die Gefangenen praktische Fähigkeiten für die Zeit nach ihrer Entlassung. Ergänzend werden sie durch Lebenskompetenztrainings, Beratung und individuelle Rehabilitationspläne auf ihre Wiedereingliederung vorbereitet.

Auch die Familienreintegration und der Übergang in die Arbeitswelt werden begleitet. Dazu gehören Familienvermittlung, Unterstützung bei der Wiedervereinigung sowie Kontakte zu Arbeitgebern und Möglichkeiten für Praktika oder berufliche Tätigkeit nach der Haft.

Ein bis zwei Mal in der Woche erhalten besonders bedürftige, ausgewählte Häftlinge eine ausgewogene Mahlzeit. Die medizinische Versorgung wird verbessert, Seife und Hygieneartikel werden verteilt und jeden zweiten Monat bekommen sie Kleider und Unterwäsche.

Monatlich führt ein Anwalt mit den Gefängnisinsassen Workshops durch, um sie in ihren Rechten zu schulen. Er berät die Minderjährigen und bereitet sie auf das Gerichtsverfahren vor.

Die Teilnehmenden erhalten praktische Berufsbildung in Bereichen wie Schneiderei, Schuhmacherei, Handwerk, Seifenherstellung und grundlegenden Computerkenntnissen. Lebenskompetenztrainings und individuelle Rehabilitationspläne bereiten sie auf die Zeit nach der Haft vor.

Familien werden bei der Wiedervereinigung unterstützt. Entlassene Gefangene erhalten Begleitung bei der Wiedereingliederung und beim Zugang zu Arbeit, Praktika oder selbstständiger Erwerbstätigkeit.

Die Zusammenarbeit mit den Gefängnisbehörden, Regierungsstellen anderen Organisationen der Zivilgesellschaft sensibilisiert allgemein über die Zustände in den Gefängnissen und den Umgang mit Gefängnisinsassen.

Wirkung

Die Präsenz der Salesianer Don Boscos im Gefängnis von Bo trägt dazu bei, die Lebensbedingungen besonders vulnerabler Gefangener zu verbessern. Durch die Unterstützung bei Ernährung, sauberem Wasser, Hygiene und medizinischer Versorgung werden grundlegende Bedürfnisse gedeckt. Rechtsberatung und psychosoziale Begleitung stärken die Gefangenen zudem darin, ihre Situation zu verstehen und Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Die neue Projektphase legt einen besonderen Schwerpunkt auf Rehabilitation und Zukunftsperspektiven. Durch Berufsbildung in verschiedenen handwerklichen und praktischen Bereichen sowie durch Lebenskompetenztrainings erwerben die Gefangenen Fähigkeiten, die ihnen nach der Entlassung den Zugang zu Arbeit oder selbstständiger Erwerbstätigkeit erleichtern können. Jugendliche und andere besonders vulnerable Gefangene werden dabei gezielt begleitet.

Auch die Wiedereingliederung in Familie und Gesellschaft wird unterstützt. Familienvermittlung, psychosoziale Begleitung sowie die Vorbereitung auf die Entlassung sollen dazu beitragen, dass die Gefangenen nach ihrer Haft wieder ein selbstständiges Leben aufbauen können. Die Begleitung nach der Entlassung und die Zusammenarbeit mit Arbeitgebern schaffen zusätzliche Voraussetzungen für eine nachhaltige Reintegration und sollen dazu beitragen, das Risiko einer erneuten Straffälligkeit zu verringern.

Beiträge der Stiftung Don Bosco Total: CHF 523'000.-

2026, Freier Fonds in memoriam Geneviève B.

CHF 146'000.-

2026, Freier Fonds in memoriam Robert S.

CHF 54'000.-

2025, Freier Fonds in memoriam Robert S.

CHF 69'000.-

2024, Freier Fonds A. Betschart

CHF 81'000.-

2023, Freier Fonds in memoriam Jeannette L.

CHF 23'000.-

2022, Freier Fonds in memoriam Geneviève B.

CHF 150'000.-

Spenden

Ansprechpersonen

Marianne Berger

Eine Mission in der Friedensförderung und langjährige Jugendarbeit motivieren mich, mich für die ganzheitliche Bildung als Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung und gesellschaftlicher Stabilität einzusetzen.