Gesunde Familien dank Selbstversorgung

In vielen ländlichen und indigenen Gemeinschaften Ecuadors tragen Frauen eine zentrale Verantwortung für die Ernährung und das Wohlergehen ihrer Familien. Gleichzeitig erschweren Armut, begrenzte wirtschaftliche Perspektiven und der eingeschränkte Zugang zu Märkten und Ressourcen eine nachhaltige Sicherung der Lebensgrundlagen. Das Projekt stärkt deshalb bäuerliche Familien in Ambato und Cayambe durch nachhaltige Landwirtschaft, die Diversifizierung der Produktion und bessere Vermarktungsmöglichkeiten. Besonders Frauen werden dabei unterstützt, ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Rolle zu stärken und damit zu einer besseren Ernährungssicherheit und Lebensqualität ihrer Familien beizutragen.
Begleitet durch
Jugendhilfe Weltweit
Projektnummer
ECU 17-021-29
Projektort
- Cayambe
Schwerpunkt
Kinder,- Frauen- und Menschenrechte, Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft
Mittelbedarf
74 000 Franken pro Jahr

Ausgangslage

Trotz Fortschritten bei Bildung und sozialen Dienstleistungen bestehen in Ecuador weiterhin grosse soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten. Besonders ländliche, indigene und bäuerliche Familien sind von Armut, Ernährungsunsicherheit und einem eingeschränkten Zugang zu Basisdienstleistungen betroffen. Frauen haben zudem häufig begrenzte Möglichkeiten zur Erwerbstätigkeit und zum Zugang zu Märkten, was ihre wirtschaftliche Abhängigkeit verstärken kann.

In Ambato erschweren Bodendegradation, der Einsatz von Agrochemikalien sowie Probleme bei der Bewässerung die landwirtschaftliche Produktion. In Cayambe gehen traditionelle Anbaumethoden und einheimische Saatgutsorten zunehmend verloren. Gleichzeitig beeinträchtigen der industrialisierte Rosenanbau, die Abwanderung junger Menschen und fehlende wirtschaftliche Perspektiven die lokalen Gemeinschaften.

Die Salesianer Don Boscos sind seit 1960 in Ecuador tätig. Gemeinsam mit der Fundación Casa Campesina Cayambe (FCCC), die 1985 gegründet wurde, unterstützen sie insbesondere indigene und ländliche Bevölkerungsgruppen. Die FCCC verbindet Bildungs- und Gesundheitsangebote mit landwirtschaftlicher Ausbildung und fördert dabei sowohl traditionelles Wissen als auch moderne agroökologische Methoden.

Die bisherigen Projektphasen in Cayambe haben bereits zu einer stärkeren Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion, einer verbesserten Ernährungssicherheit und einer Stärkung der Frauenorganisationen beigetragen. Die externe Evaluation von 2025 bestätigt diese Fortschritte und empfiehlt, die Ansätze in einer dritten Phase weiterzuführen und insbesondere Klimaanpassung, Infrastruktur, Vermarktung und die organisatorischen Strukturen weiter zu stärken.

Ziele des Projekts

Das Projekt stärkt rund 760 Personen aus bäuerlichen und indigenen Familien in Ambato und Cayambe durch nachhaltige Landwirtschaft, verbesserte Vermarktungsmöglichkeiten und die Stärkung ihrer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe. Dadurch sollen die Ernährungssicherheit, die Lebensgrundlagen und die Lebensqualität der teilnehmenden Haushalte nachhaltig verbessert werden.

  • Förderung agroökologischer Anbaumethoden und Verbindung von traditionellem und aktuellem Wissen
  • Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion und Stärkung der Ernährungssicherheit
  • Verbesserung von Bewässerung, Produktionsinfrastruktur und Klimaanpassung
  • Stärkung von Vermarktungsstrukturen, kurzen Wertschöpfungsketten und direkten Absatzmöglichkeiten
  • Förderung von Einkommen und wirtschaftlicher Eigenständigkeit, insbesondere von Frauen
  • Stärkung der gemeinschaftlichen Organisation sowie der Fähigkeit, eigene Rechte und Interessen auf lokaler Ebene einzubringen

Was wir tun

Bäuerliche Familien in Ambato und Cayambe werden während des gesamten Produktionszyklus begleitet und in agroökologischen Anbaumethoden geschult. Sie erhalten Unterstützung bei der Diversifizierung ihrer Produktion, der Nutzung von Saatgut, Bewässerung und Produktionsinfrastruktur sowie bei der Verarbeitung und Vermarktung ihrer Erzeugnisse. Ergänzend werden gemeinschaftliche Organisationen gestärkt und die Teilnehmenden zu Ernährungssicherheit, Bürgerrechten, Gender und lokaler Mitwirkung geschult.

Die Familien werden in nachhaltigen Produktionsmethoden geschult und bei deren Anwendung auf ihren Parzellen begleitet.

Bewässerungssysteme, Gewächshäuser und angepasste Produktionstechniken helfen, mit Wasserknappheit und klimatischen Herausforderungen umzugehen.

Traditionelle Anbaumethoden und Sorten werden mit aktuellem agroökologischem Wissen verbunden und weiterentwickelt

Eine vielfältige Produktion aus Gemüse, Obst, Heilpflanzen und tierischen Erzeugnissen trägt zu einer ausgewogenen Ernährung der Familien bei.

Sammel- und Vermarktungszentren, kurze Absatzwege, lokale Märkte und eine gemeinsame Marke schaffen bessere Möglichkeiten für den Verkauf agroökologischer Produkte.

Schulungen zu Bürgerrechten, Führung, Gender und Ernährungssicherheit fördern die Mitwirkung der Bevölkerung und die gesellschaftliche und wirtschaftliche Stärkung der Frauen.

Wirkung

Die externe Evaluation der bisherigen Projektphasen in Cayambe bestätigt eine deutliche Wirkung auf die Ernährungssicherheit, die landwirtschaftliche Produktion und die Stärkung der Frauen. Die Produzentinnen bauen inzwischen mindestens 14 zusätzliche agroökologische Produkte an. Rund ein Drittel der Erträge wird für den Eigenkonsum verwendet, wodurch die teilnehmenden Haushalte ihre Ausgaben für Lebensmittel durchschnittlich um 36 Prozent reduzieren konnten.

Auch unter schwierigen klimatischen Bedingungen konnten die Familien ihre Produktionsgrundlagen stärken. Insbesondere Gewächshäuser haben dazu beigetragen, klimabedingte Ernteausfälle abzufedern. 95 Prozent der Frauen wenden verbesserte Techniken zur Aufbereitung ihrer Erzeugnisse an, und die Frauenorganisationen sind heute besser aufgestellt, um gemeinsam Märkte zu erschliessen und ihre Interessen zu vertreten.

Die dritte Projektphase baut auf diesen Erfahrungen auf und soll die erreichten Fortschritte langfristig sichern und weiterentwickeln. Durch bessere Infrastruktur, Klimaanpassung, die Stärkung der Vermarktung und die Förderung der gemeinschaftlichen Organisation sollen die Lebensbedingungen und die Ernährungssicherheit der teilnehmenden Haushalte weiter verbessert werden.

Spenden

Beiträge

Ansprechpersonen

Noël Hodel

Längere Aufenthalte in Kolumbien verdeutlichten mir, wie wichtig der Zugang zu Bildung für die Reduzierung von absoluter Armut ist. Zusammen mit unseren Projektpartnern setze ich mich deshalb für marginalisierte Menschen ein.