Bessere psychische Gesundheit für benachteiligte Kinder

Dieses Projekt zielt darauf ab, die psychische Gesundheit benachteiligter Kinder durch einen umfassenden und gemeinschaftsorientierten Ansatz zu fördern: Durch Aufklärung, Bildung, Beratung, und Mentoring von Eltern, Lehrpersonen und Gemeinschaften.
Begleitet durch
Jugendhilfe Weltweit
Projektnummer
INK 23-060-28
Projektort
- Mehrere Orte
Schwerpunkt
Kinder- und Jugendsozialarbeit
Mittelbedarf
300 000 Franken für zwei Jahre

Ausgangslage

Im südindischen Bundesstaat Karnataka sind viele Kinder und Jugendliche aus sozial und wirtschaftlich benachteiligten Gemeinschaften mit Armut, Diskriminierung, familiären Belastungen, Missbrauch und einem eingeschränkten Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung konfrontiert. Diese Herausforderungen können die psychische Gesundheit beeinträchtigen und zu Ängsten, Stress, Verhaltensproblemen, Schulabbrüchen und weiteren Belastungen führen.

Das Projekt MINDS stärkt deshalb die psychische Gesundheit und Widerstandskraft von Kindern und Jugendlichen in sechs Bezirken Karnatakas. Durch Schulungen zur psychischen Gesundheit, Beratung, Mentoring, Kunst- und Spieltherapie sowie die Sensibilisierung von Eltern, Lehrpersonen und Gemeinschaften werden die Kinder dabei unterstützt, ihre psychische Gesundheit zu verstehen, Bewältigungsstrategien zu entwickeln und bei Bedarf Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gleichzeitig werden lokale Unterstützungsstrukturen und Beratungsangebote ausgebaut, damit die betroffenen Kinder und ihre Familien auch langfristig Zugang zu geeigneter Unterstützung erhalten.

Ziele des Projekts

Ziel des Projekts ist es, das psychische Wohlbefinden, die Widerstandskraft und die Lebensqualität benachteiligter Kinder und Jugendlicher in sechs Distrikten des südindischen Bundesstaates Karnataka nachhaltig zu stärken. Dazu werden Kinder und Jugendliche in ihrer psychischen Gesundheit geschult und bei Bedarf beraten sowie Eltern, Lehrpersonen und Gemeinschaften sensibilisiert und befähigt, ein unterstützendes Umfeld zu schaffen und den Zugang zu psychologischer Hilfe zu erleichtern.

    • 18’000 Kinder und Jugendliche vertiefen ihr Wissen über psychische Gesundheit und erlernen Strategien zur Bewältigung von Stress und schwierigen Lebenssituationen; weitere 11’400 Kinder werden neu in den MINDS-Gruppen geschult.
    • 18’000 Eltern sowie 720 Lehrpersonen und Freiwillige werden für psychische Gesundheit sensibilisiert und darin gestärkt, Kinder bei psychischen Belastungen zu unterstützen.
    • Ein Netzwerk aus 60 Fachpersonen für psychische Gesundheit und sechs Don-Bosco-Beratungszentren ermöglicht Beratung, Therapie, Weitervermittlung und weitere Unterstützungsangebote; gleichzeitig wird durch Sensibilisierung in Schulen und Gemeinden die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen abgebaut.

Was wir tun

Die psychische Gesundheit benachteiligter Kinder wird durch einen umfassenden und gemeinschaftsorientierten Projektansatz verbessert. Dadurch werden die Familien und die Gesellschaft gestärkt.

Die Salesianer Don Boscos sind in 60 ländlichen Dörfern oder städtischen Slums verteilt auf 6 Bezirke Karnatakas mit ihrem ganzheitlichen Programm aktiv. Dieses wurde aufgrund einer Bedarfsanalyse entwickelt – an jedem Projektort wird von der Sensibilisierung über die Beratung bis zur Therapie nur implementiert, was benötigt wird. Insgesamt werden 18 000 Kinder erreicht.

Für die lokalen Gemeinschaften und Interessengruppen werden Workshops, Seminare und Sensibilisierungskampagnen durchgeführt, um Eltern, Lehrer, lokale Freiwillige, Gemeindeleiter usw. über psychische Gesundheit, Stressbewältigung und die Bedeutung der Inanspruchnahme von Hilfe aufzuklären.

In sechs Don-Bosco-Zentren werden Beratungsstellen eingerichtet, in denen geschulte Psychologen und Berater Einzel- und Gruppensitzungen anbieten. Sie unterstützen Kinder und Jugendliche bei psychischen Problemen, Suchtproblemen und anderen Schwierigkeiten.

Neben der physischen Beratungsstelle wird auch eine digitale Plattform als neue Form eines «Sorgentelefons» eingerichtet. Dort können Kinder anonym Rat, Ressourcen und Unterstützung von Fachleuten einholen. Sie finden viele Informationen und können sich digital beraten lassen.

Bei Bedarf werden auch Selbsthilfegruppen für Eltern und Betreuer ins Leben gerufen. Dort können sie sich austauschen und gegenseitig unterstützen. Die Leiter geben zudem Ratschläge, um die psychische Verfassung ihrer Kinder zu verstehen und positiv zu unterstützen.

Das Projektteam arbeitet mit lokalen Nichtregierungsorganisationen, Regierungsbehörden, Bildungseinrichtungen und Fachleuten für psychische Gesundheit zusammen, um Ressourcen, Fachwissen und Unterstützung zu nutzen.

Lehrpersonen, Mentoren und Freiwillige werden in psychischer Gesundheit geschult und befähigt, Kinder frühzeitig bei psychischen Belastungen zu unterstützen. Dadurch wird die lokale Kompetenz gestärkt und ein nachhaltiges Unterstützungsnetzwerk geschaffen.

In Workshops erhalten Kinder die Möglichkeit, sich durch kreative Aktivitäten auszudrücken und belastende Erfahrungen zu verarbeiten. Die Kunst- und Spieltherapie ergänzt die bestehenden Beratungs- und Unterstützungsangebote des Projekts.

Wirkung

Das Projekt stärkt die psychische Gesundheit und Widerstandskraft benachteiligter Kinder und Jugendlicher und unterstützt sie dabei, mit Belastungen besser umzugehen und bei Bedarf frühzeitig Hilfe zu suchen. Gleichzeitig werden Eltern, Lehrpersonen und Gemeinschaften für psychische Gesundheit sensibilisiert und befähigt, betroffene Kinder zu unterstützen und Stigmatisierung abzubauen.

Durch die Ausbildung von Lehrpersonen, Mentoren und Freiwilligen, den Aufbau lokaler Beratungsangebote sowie die Zusammenarbeit mit Fachpersonen entsteht ein langfristiges Unterstützungsnetzwerk. Die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse sollen zudem dazu beitragen, erfolgreiche Ansätze weiterzuentwickeln, auf weitere Gemeinschaften zu übertragen und die Bedeutung psychischer Gesundheit auch auf institutioneller Ebene stärker zu verankern.

Spenden

Ansprechpersonen

Désirée Schöpfer

Ich bin seit über elf Jahren begeistert vom Engagement der Salesianer Don Boscos – gerne arbeite ich gemeinsam mit ihnen, um durch integrale Betreuung benachteiligten Menschen Chancen zu bieten, ihr Leben aus eigener Kraft zu verändern.