Medizinische und soziale Betreuung für Leprakranke Menschen

Das von den Salesianern Don Boscos geführte Sozialzentrum ist Wohnheim und Anlaufstelle für an Lepra erkrankte Menschen zugleich. Hier werden 65 Patienten stationär behandelt – gleichzeitig werden in anderen Gebäuden 100 HIV-infizierte Halb- und Vollwaisen betreut.
Begleitet durch
Jugendhilfe Weltweit
Projektnummer
INM 16-077-23
Projektort
Indien - Chennai
Schwerpunkt
Diverses
Mittelbedarf
45 000 Franken pro Jahr

Ausgangslage

Lepra ist eine chronisch infektiöse Krankheit. Lepra kann körperliche Behinderungen bei Patienten hervorrufen und die Betroffenen werden von der Gesellschaft stigmatisiert und diskriminiert. Jedes Jahr werden in Indien 125 000 bis 150 000 neue Leprainfektionen festgestellt und behandelt. Bei 2500 Patienten treten aufgrund einer zu späten Erkennung körperliche Behinderungen und/oder Missbildungen auf.

Der Pope John’s Garden bietet ein Wohnheim für leprakranke Menschen, die niemanden haben und die nicht mehr für sich selbst sorgen können. Die Patienten sind teilweise bereits zwischen 10 und 40 Jahre im Zentrum. Sie kamen vor allem in einer Zeit dorthin, als die Ausgrenzung der Betroffenen besonders schlimm war. Das Betreuungs- und Wohnheim wurde 1964 eröffnet und ist heute ein Betreuungs-Zentrum für 65 leprakranke Menschen. Seit dem Jahr 2012 wird im Zentrum in separaten Gebäuden auch für 100 HIV/AIDS-kranke Kinder und Jugendliche gesorgt. Tausende von Patienten wurden hier schon behandelt, denn das Zentrum bietet medizinische Betreuung und chirurgische Dienste an. Kranke Menschen erhalten Unterkunft und Verpflegung, medizinische Hilfe und psychosoziale Betreuung. Die Dienstleistung wird durch ein ambulantes Angebot mit hoher Qualität ergänzt.

Ziele des Projekts

65 von Lepra betroffene betagte Menschen medizinisch zu versorgen und ihnen ein schönes Zuhause zu bieten, wo sie würdevoll und in einem positiven Umfeld leben können.

Was wir tun

Die Salesianer Don Boscos kümmern sich um Lepra-Patienten. Die meisten sind über 60 Jahre alt. Früher halfen die Patienten bei den anfallenden Hausarbeiten mit. Heute ist es für viele aus gesundheitlichen Gründen oft nicht mehr möglich.

Jeder Patient erhält die Aufmerksamkeit, die benötigt wird. So werden die Menschen auch darin geschult, wie sie sich gegenseitig unterstützen können wie zum Beispiel in Wundpflege, wechseln von Verbänden und Hygiene. Ebenso erfolgt die Anpassung von Prothesen, Hörhilfen, Brillen um die Lebensqualität der betroffenen Menschen zu verbessern.

Die auf die Bedürfnisse angepasste Physiotherapie ist für das Wohlbefinden der betagten Menschen wichtig, um ihre Gelenke und Muskeln zu trainieren. Deshalb führt ein Physiotherapeut von Montag bis Samstag Motorik-Übungen mit den Patienten durch, die diese auch eigenständig durchführen können.

Der Pope John’s Garden arbeitet eng mit staatlichen Krankenhäusern und dem öffentlichen Sektor zusammen. Gemeinsam werden vorbeugende Impfungen, zahnärztliche Untersuchungen, Gesundheits- und Augencamps für die Patienten angeboten.

Das gesamte Gesundheits- und medizinische Angebot steht auch Patienten zur Verfügung, die ambulant behandelt werden. Pro Monat werden so rund 50 Direktbetroffene und ihre Familien erreicht. Begleitende Informationskampagnen wirken dem Stigma Lepra entgegen.

Wirkung

Alle Angebote richten sich an Kinder, Jugendliche und ihre Familien, ältere Menschen, die von Lepra betroffen sind. Sie vermitteln wichtiges Wissen über Lepra und deren Behandlungsmöglichkeiten. Es wird von gut ausgebildetem Personal geleitet und bietet Raum für Zusammenkünfte und Selbsthilfegruppen. Damit werden Tabus durchbrochen. Ein wichtiger Teil des Zentrums ist die Memisa Klinik, wo Medikamente an die Lepra-Patienten verteilt werden. Nicht nur die Patienten des Heims profitieren von diesem Angebot. Auch Patienten aus entlegenen Regionen finden den Weg zum Zentrum, um medizinische Hilfe zu bekommen. Das Zentrum ist durch die jahrzehntelange Arbeit in ganz Tamil Nadu bekannt und geniesst einen hervorragenden Ruf. Die Infrastruktur im Pope John’s Garden ist den Gegebenheiten angepasst, das Betreuungspersonal ist erfahren und kann den Bedürfnissen der Leprakranken nachkommen.

Beiträge der Stiftung Don Bosco Total: CHF 200'000.-

Die Stiftung Don Bosco für die Jugend der Welt hat das Projekt bisher gemäss unterstehender Auflistung unterstützt:

2023, Freier Fonds in memoriam Geneviève B.

CHF 80'000.-

2017, Freier Fonds in memoriam Robert S.

CHF 120'000.-

Spenden

Ansprechpersonen

Désirée Schöpfer

Mit viel Freude und Motivation arbeite ich in Projekten zugunsten benachteiligter Jugendlicher. Die integrale Betreuung und vielseitigen Programme ermöglichen echte Chancen, um das Leben aus eigener Kraft zu verändern.