Bildung und Nahrung für Kinder von Wanderarbeitern

Im Jugendzentrum der Salesianer Don Boscos in Passor Village, inmitten der 500 Ziegelfabriken, erhalten Kinder die Chance auf ein würdevolles, kindgerechtes Leben. Schulbildung, Brückenangebote, Hygienemassnahmen, Freizeitaktivitäten und ein nahrhaftes Essen geben den Kindern und ihren Familien Zuversicht für die Zukunft.
Begleitet durch
Jugendhilfe Weltweit
Projektnummer
INN 16-123-22
Projektort
Indien - Passor Village
Schwerpunkt
Kinder- und Jugendsozialarbeit, Kinder,- Frauen- und Menschenrechte
Mittelbedarf
24 000 Franken pro Jahr

Ausgangslage

Die Arbeit in den rund 500 Ziegelsteinfabriken ist streng – es wird sieben Tage die Woche von morgens früh bis zur Dunkelheit gearbeitet. Es ist Akkordarbeit – die Bezahlung der im Stückpreis produzierten Backsteine zwingt die Familien zu langen Arbeitszeiten. Sind die Kinder alt genug, arbeiten auch sie in den Fabriken; die jüngeren Kinder sind auf dem riesigen Gelände auf sich alleine gestellt. Die Familien leben in kleinen Hütten, die oft aus einem einzigen Raum bestehen. Sie haben weder sauberes Wasser noch Elektrizität noch sanitäre Anlagen. Die Situation ist schwierig. Viele greifen zu Alkohol; interfamiliäre Gewalt ist Alltag. Alles unter den Augen der Kinder. Trotz dieser widerlichen Umstände kehren die Wanderarbeiterfamilien jedes Jahr erneut zurück, da sie sonst keine andere Möglichkeit haben ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Ziele des Projekts

Kindern von indischen Wanderarbeitern ein Stück Kindheit, Bildung und den Ausbruch von Armut und Abhängigkeit ermöglichen.

  • Zugang zu Bildung (Grundschule) gewährleisten
  • Verminderung von Kinderarbeit
  • Kindern glückliche, unbeschwerte Momente ermöglichen
  • Sozialarbeit für ein harmonisches Familienleben

Was wir tun

Die Salesianer Don Boscos haben inmitten der Ziegelsteinfabriken ein Jugendzentrum aufgebaut, um den Kindern Schutz zu bieten und Raum zu geben, wo sie in einem kindgerechten Umfeld aufwachsen, lernen und sich austoben können.

200 Kinder erhalten Schulbildung oder besuchen Brückenkurse, um den Anschluss in die öffentliche Schule zu schaffen.

200 Kinder werden tagsüber betreut und erhalten eine warme, nahrhafte Mahlzeit. Die Eltern wissen ihre Kinder gut versorgt und haben weniger Lebenshaltungskosten.

Ziegelfabrikarbeiter werden gestärkt und gefördert, damit sie für sich einstehen – die Frauen werden über Familienplanung und Missbrauch aufgeklärt; Männer im respektvollen Umgang mit der Frau und den Kindern.

Bewohner werden zu den Themen Gesundheit und Hygiene sensibilisiert; es wird aufgezeigt, wie einfache Krankheiten selbst behandelt werden können.

Wirkung

Da die älteren Kinder meist schon mithelfen, mussten die Eltern erst überzeugt und sensibilisiert werden, dass Schulbildung langfristig sinnvoller ist als die Arbeit in der Fabrik. Dank der kostenlosen und nahrhaften Mahlzeit in der Schule, haben die Familien weniger Ausgaben und verkraften den Erwerbsausfall. Auch wenn der Fokus auf den Kindern liegt, ist es den Salesianern wichtig, die gesamte Familie zu stärken. Deshalb haben sie auch Angebote für die Eltern. In Seminaren und Workshops lernen sie für sich einzustehen und Frauen werden in speziellen Programmen zu Themen wie Gesundheit, Ernährung, Hygiene und Gewalt sensibilisiert. Damit werden die Lebensbedingungen der Wanderarbeiter und ihren Familien nachhaltig verbessert. Auch die langfristigen Ergebnisse sind nicht zu unterschätzen: Viele Eltern erkennen die Wichtigkeit von Bildung. So schicken viele nach der Rückkehr in ihre Dörfer die Kinder weiterhin zur Schule – und durchbrechen damit den Teufelskreis von Armut und Abhängigkeit.

Das Projekt unterstützen

Ansprechpersonen

Désirée Schöpfer

Mit viel Freude und Motivation arbeite ich in Projekten zugunsten benachteiligter Jugendlicher. Die integrale Betreuung und vielseitigen Programme ermöglichen echte Chancen, um das Leben aus eigener Kraft zu verändern.