Frauenförderung trägt zum Familieneinkommen bei

Frauen haben in Indien nach wie vor einen schwierigen Stand, insbesondere in den unteren Gesellschaftsschichten. Die Bildung von Mädchen wird als zweitrangig angesehen, denn sie heiraten früh, sind für den Haushalt zuständig und gehen einfachsten, schlecht bezahlten Arbeiten nach.
Begleitet durch
Jugendhilfe Weltweit
Projektnummer
INK 20-011
Projektort
Indien - Kerala
Schwerpunkt
Berufliche Bildung, Kinder,- Frauen- und Menschenrechte
Mittelbedarf
55 000 Franken pro Jahr

Ausgangslage

Obwohl Kerala im Vergleich zu anderen indischen Bundesstaaten zu den reichsten gehört, haben lange nicht alle Bewohner vom wirtschaftlichen und sozialen Aufschwung der letzten Jahrzehnte profitiert. Die Armut ist in entlegenen und ländlichen Regionen weiterhin sehr hoch, sogar zunehmend, da die Anzahl Stellen in der Landwirtschaft rückläufig ist. Diese Stellen werden typischerweise von Frauen besetzt. Deshalb sind sie besonders stark betroffen.

Nimmt man zehn arme Menschen in Indien, sind davon durchschnittlich sechs Frauen. Von diesen sechs Frauen gehören wiederum fünf zu den besonders benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Als niederkastige Frau ist man in Indien doppelt benachteiligt und kämpft täglich mit sozialen und wirtschaftlichen Problemen. Frauen werden nicht nur im Berufsleben diskriminiert, sondern haben schlechteren Zugang zu Bildung, Sozial- und Gesundheitsleistungen. Die Mobilität für alleinreisende Frauen ist stark eingeschränkt und das Familienbild ist gerade auf dem Land noch sehr traditionell geprägt.

Ziele des Projekts

Stärkung der wirtschaftlichen und sozialen Situation von 2000 Frauen und damit das Wohlergehen ihrer Familien erhöhen. Über die Zeit verbessert sich damit die Stellung der Frauen in ihren Familien aber auch in ihrer Gemeinschaft.

  • Frauen aus armen Verhältnissen lernen, wie sie ein eigenes Einkommen erwirtschaften können
  • Frauen sind geschult in Unternehmensführung und Produktion. Sie sind in der Lage, allein oder als Gruppe ein Kleinstunternehmen zu gründen und zu führen
  • Frauen werden in biologischer Landwirtschaft geschult. Sie bewirtschaften grössere Parzellen oder unterhalten einen Küchengarten
  • Das Haushaltseinkommen der Frauen steigt bis Projektende

Was wir tun

Die Persönlichkeit und Gruppenkompetenz sowie die unternehmerischen Fähigkeiten der Frauen werden durch verschiedene Kurse und Workshops erhöht und aktualisiert.

Die Frauen besuchen den Workshop «Gruppenmanagement», wo Themen wie Gruppendynamik, Führungsfähigkeiten und Konfliktmanagement bearbeitet und geschult werden.

Die gleichen Frauen besuchen den Workshop «Finanzmanagement». Dort lernen sie die Grundlagen der Buchhaltung und Bankabläufe kennen. Sie lernen, wie sie mit Geld richtig umgehen und erfolgreich sparen.

Der Workshop «Kredite und Kreditzugangsverfahren» deckt Themen wie Finanzquellen für Kleinstunternehmen und die Vorbereitung von Kreditantragsdokumenten ab.

Die Frauen lernen praktisch, welche Produkte Marktchancen haben, wie sie produziert werden, wie dafür die Rohmaterialien beschafft werden, wie es verpackt, vermarktet und verkauft wird.

Zu diesem Workshop ist eine Auswahl von Frauen eingeladen, die den Platz oder das Land für Garten- oder Ackerbau besitzen und Interesse haben, mit landwirtschaftlichem Anbau zu beginnen oder ihr Wissen zu verbessern.

Wirkung

Nach Abschluss der Schulungen starten die Frauen mit ihren eigenen Kleinstunternehmen, Gartenanbau zum Eigenverbrauch und Verkauf. Auch wenn die Familien das Produzierte zuerst selbst konsumieren, sparen sie so Geld, welches sie sonst auf dem Markt für den Einkauf dieses Produkts ausgegeben hätten. Dadurch steigt ihr Sparvermögen, das sie beispielsweise in die Sparkasse der Frauengruppe einlegen können, ein eigenes einkommensgenerierendes Projekt beginnen können oder in die Bildung ihrer Kinder investieren.

Die Besserstellung der Frau in der indischen Gesellschaft ist ein Prozess, der lange dauert. Dieses Projekt zielt darauf ab, dem gesellschaftlichen Wandel einen weiteren Anschub zu geben. Auch die Umstellung zur nachhaltigen Landwirtschaft ist ein langjähriger Prozess. Dieser verlangt einerseits eine grundlegende Einstellungsänderung bei der ganzen Familie und setzt andererseits auch eine lange Umstellungsphase für die jahrelang konventionell bewirtschafteten Böden voraus. Alle Massnahmen tragen langfristig zu einem grundlegenden Wandel der indischen Gesellschaft bei.

Beiträge der Stiftung Don Bosco Total: CHF 20'000.-

Die Stiftung Don Bosco für die Jugend der Welt hat das Projekt bisher gemäss unterstehender Auflistung unterstützt:

2021, Fonds zur Bekämpfung der Armut

CHF 1'500.-

2020, Fonds zur Bekämpfung der Armut

CHF 18'500.-

Spenden

Ansprechpersonen

Désirée Schöpfer

Mit viel Freude und Motivation arbeite ich in Projekten zugunsten benachteiligter Jugendlicher. Die integrale Betreuung und vielseitigen Programme ermöglichen echte Chancen, um das Leben aus eigener Kraft zu verändern.