Zufluchtsort der Hoffnung

Seit Mitte 2017 betreuen die Salesianer Don Boscos in der Siedlung Palabek südsudanesische Flüchtlinge. Sie haben ein breites Angebot zu Berufsbildung, Beschäftigung, Landwirtschaft, Konfliktlösung, Wiederaufforstung und Sensibilisierung in Umweltfragen und Seelsorge aufgebaut.
Begleitet durch
Jugendhilfe Weltweit
Projektnummer
AGL 19-046
Projektort
Uganda - Palabek
Schwerpunkt
Berufliche Bildung, Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft
Mittelbedarf
220 000 Franken pro Jahr

Ausgangslage

Noch nie waren weltweit so viele Menschen auf der Flucht. Sie wurden durch Krieg, Gewalt, Hunger oder Naturkatastrophen aus ihrer Heimat vertrieben. Sie hoffen auf Frieden und Sicherheit, damit sie heimkehren können.

Die Siedlung Palabek im Norden Ugandas ist ein Zufluchtsort für Vertriebene aus dem Südsudan. Aktuell leben dort mehr als 79 000 Menschen. Sie sind vor dem Bürgerkrieg und wegen Hunger geflohen. Trotz mehreren Friedensabkommen in den letzten Jahren hat sich die Situation nicht wesentlich verbessert. Hunger wird nach wie vor als Kriegswaffe eingesetzt, neue Gewaltausbrüche und die Zwangsrekrutierung von Kindern und Jugendlichen nähren Angst, Verzweiflung und führen dazu, dass weitere Vertriebene Zuflucht und Sicherheit im Norden Ugandas suchen. Das Land hat eine offene und grosszügige Politik gegenüber Flüchtlingen. Zurzeit werden rund 1,3 Millionen Vertriebene beherbergt. Sie erhalten ein Stück Land und es wird das Möglichste getan, um Bildung und Gesundheit sicherzustellen. Das Land ist jedoch überfordert und daher auf internationale Unterstützung angewiesen.

Ziele des Projekts

Perspektiven, Beschäftigung und Hoffnung für die Menschen schaffen – zusammen mit der lokalen Bevölkerung.

  • Junge Menschen durch Berufsbildung in Landwirtschaft, Motormechanik, Schneiderei, Friseurhandwerk, Bauwesen und Solartechnik auf eine selbstbestimmte Zukunft vorbereiten
  • Die Selbstversorgung durch Anbau von Lebensmitteln stärken
  • Durch Einbezug der lokalen Bevölkerung Konflikte vermeiden

Was wir tun

Seit Mitte 2017 bieten die Salesianer Don Boscos ein breites Angebot zu Berufsbildung, Beschäftigung, Konfliktlösung, Wiederaufforstung und Sensibilisierung in Umweltfragen und Seelsorge.

In der Berufsschule werden jährlich rund 600 Jugendliche in Landwirtschaft, Motormechanik, Schneiderei, Friseurhandwerk, Bauwesen und Solartechnik praktisch und theoretisch ausgebildet.

Im Kinderhort können täglich ca. 20 Kleinkinder betreut werden. So können ihre Mütter an den Ausbildungsprogrammen teilnehmen und wissen ihre Kinder gut aufgehoben.

Da die Flüchtlinge in Palabek oft einen Teil der Lebensmittelrationen verkaufen, um Seife oder Medikamente zu kaufen, kommen sie hungrig zur Schule. Das Ernährungsprogramm bietet den Jugendlichen an der Berufsschule ein tägliches Znüni und Mittagessen.

Förderung und Ausbildung in Lebensmittelproduktion, Tierhaltung, Spargruppen und Unternehmertum, um die Ernährungssicherheit und Einkommen in der Gegend zu verbessern und damit die Abhängigkeit von Hilfeleistungen zu reduzieren.

Die Siedlung ist kein begrenzter Raum – Flüchtlinge und lokale Bevölkerung leben zusammen. Gemeinsame Aktivitäten und Sensibilisierung tragen dazu bei, Konflikte sofort zu lösen und gegenseitiges Vertrauen und Verständnis aufzubauen.

Musik, Tanz, Theater, Sport und Spiele werden zur Förderung von Interaktion und Frieden zwischen den Gemeinschaften durchgeführt. Menschen mit unterschiedlichem kulturellen und ethnischen Hintergrund treffen sich in einem informellen Rahmen, was Interaktion und Frieden fördert.

Wirkung

Es wird eine neue Generation von jungen Menschen geschaffen – eine Generation die Frieden bringt und ihren Fähigkeiten vertraut. In der Siedlung Palabek finden Kriegsvertriebene aus dem Südsudan Sicherheit. Es gilt, Traumata zu verarbeiten und nach vorne zu blicken. Die Salesianer Don Boscos stehen ihnen dabei zur Seite. Die Kindergärten, das breite Angebot zu Berufsbildung, Beschäftigung, Konfliktlösung, Umweltfragen und Seelsorge tragen dazu bei, dass die Menschen wieder Fuss fassen und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken können. Sie erhalten Instrumente in die Hand, die es ihnen ermöglichen, ihr Leben als eigenständige Persönlichkeiten zu gestalten und für sich und ihre Familien zu sorgen – sei es, wenn die Rückkehr in ihre Heimat möglich ist oder auch in ihrem neuen Umfeld.

Spenden

Ein besonderer Dank geht an die Van Kesteren Stiftung, die die Einrichtung des Berufsbildungszentrums in Palabek massgeblich unterstützt hat.

Ansprechpersonen

Angela Bütler

Seite an Seite arbeite ich mit unseren Projektpartnern daran, Zukunftsperspektiven für junge Menschen zu schaffen. Ich bin überzeugt, dass der Ansatz von Hilfe zur Selbsthilfe Leben verändern und Armut wirksam bekämpfen kann.